Chronik

 

Die Vereinsvorsitzenden seit 1947

 

Seit 2011      Levin, Ronald

2000 – 2011 Prof.Dr. Warneke, Perygrin

1995 – 1999 Bahr, Peter

1992 – 1995 Fricke, Jürgen

1985 – 1991 Otto, Hans- Dieter

1978 – 1984 Wulf, Günther

1976 – 1977 Schürmann, Arne

1975             Ledig, Gerhard

1947 – 1974 Scheidweiler, Bruno

 

Die Vereinsmeister seit 1947

 

2016 Leon Apitzsch

2015 Leon Apitzsch
2014 Peter Bahr
2013 Walter Blumenberg
2012 Walter Blumenberg
2011 Walter Blumenberg
2010 Ronald Levin
2009 Ronald Levin
2008 Uwe Tranelis
2007 Peter Bahr
2006 Sven Alba
2005 Ronald Levin
2004 Ronald Levin
2003 Manfred Häring
2002 Manfred Häring
2001 Manfred Häring
2000 Erwin Koch

1999 Werner Hillert

1998 Klaus Stave

1997 Gerhard Gaupties

1996 Klaus Opalka

1995 Wilfried Rühr

1994 Hans Jürgen Schulz & Jörg Dinkel

1993 Hans Jürgen Schulz

1992 Nicht ausgetragen

1991 Frank Reder

1990 Peter Bahr

1989 Bernd Langhein

1988 Ferdinand Kaye

1987 Peter Bahr

1986 Wolfgang Schaeper

1985 Wolfgang Schaeper

1984 Stephan Lewald

1983 Ferdinand Kaye

1982 Jan Langhein

1981 Bernd Langhein & Jan Langhein

1980 Jan Langhein

1979 Luchs, M.

1978 Luchs, M

1977 Hans-Jürgen Kronbügel

1976 P. Splettstösser

1975 Gerhard Gaupties

1974 Gerhard Gaupties

1973 Gerhard Gaupties

1972 Turnier nicht beendet

1971 Gerhard Gaupties

1970 Hans-Jürgen Kronbügel

1969 Hans-Jürgen Kronbügel

1968 Hans-Jürgen Kronbügel

1967 Hans- Jürgen Kronbügel

1966 Hans-Jürgen Kronbügel

1965 Hans-Jürgen Kronbügel

1964 Hans-Jürgen Kronbügel

1963 Werdermann

1962 Hans-Jürgen Kronbügel

1961 Hans-Jürgen Kronbügel

1960 Hans-Jürgen Kronbügel

1959 Hans-Jürgen Kronbügel

1958 Heinrich Kaelke

1957 Gerhard Gaupties

1956 Kurt Dickmann

1955 Hans-Jürgen Kronbügel

1954 Hans-Jürgen Kronbügel

1953 Jürgen Behn

1952 Jürgen Behn

1951 Jürgen Behn

1950 Heinrich Kaelke

1949 German Stenzaly

1948 German Stenzaly

1947 Gründungsjahr

 

Chronik der Schachfreunde Sasel

 

Die bunte, wechselvolle Geschichte der „Schachfreunde Sasel 1947 e.V.“ geht auf einen Mann zurück, der diesen Klub nicht nur gegründet, sondern auch in den ersten 27 Jahren – weit länger als jeder andere Vorsitzende – geleitet hat. „War es Freude am Spiel oder eine rege Fantasie“, schrieb dieser Bruno Scheidweiler zum 10jährigen Bestehen seinem Verein ins Stammbuch, „was mich 1947 veranlasste, einen Schachverein ins Leben zu rufen? Ich kann es heute nicht mehr sagen. Eines jedoch weiss ich noch genau: Es war der Trieb, nach langen, schweren Kriegsjahren, harten Schicksalsschlägen und noch immer knurrendem Magen einen Weg zu finden, die Sorgen der Menschen zu zerstreuen, ihnen zu einem Stückchen Kultur zu verhelfen…“

 

Am Gründungstag werden die kühnsten Erwartungen übertroffen: 24 Interessenten schreiben sich an diesem 16. September 1947 als Mitglieder ein. Mit Schachplanen aus Papier und selbst gebastelten Figuren wird der Spielbetrieb aufgenommen. Von Schachuhren aber war damals weit und breit noch nichts zu sehen. So fand das erste Weihnachtsblitzturnier auf eine Weise statt, die in den Schachklubs dann noch bis in die fünfziger Jahre üblich war: Alle fünf Sekunden wurden von einem ‚Vorbeter’ im Wechsel „Weiß“ bzw. „Schwarz“ angesagt. Wer dann noch nicht zog, hatte sofort verloren.

 

Die dem Hamburger Schachverband schon eine Woche nach Gründung übersandte Mitgliederliste enthielt bereits 28 Namen, darunter vier Frauen und drei Jugendliche. Ein Jahr später waren es schon 55 Mitglieder, davon nur noch zwei Frauen, aber 23 Jugendliche und Kinder. Noch ein Jahr später aber verblieben, wie sich Ex-Mitglied Hans-Jürgen Kronbügel erinnert, „nur noch 35 Mitglieder, darunter 11 Jugendliche und – man möchte sagen‚ es ist erreicht’ – keine Frauen.“ Bei diesem ständigen Rauf und Runter und auch bei der für Schachvereine nicht gerade untypischen Frauen-Enthaltung ist es bis heute geblieben. Das größte Problem war in diesen Aufbaujahren die Suche nach einem geeigneten, d.h. möglichst billigen Spiellokal. Nachdem man zu einem gerade noch aufzuwendenden Mietpreis in den Räumen der „Saseler Schule“ begonnen hatte, wurde jede Preisanpassung gleich zur Schicksalsmelodie. Als man die Schule deshalb verlassen musste, begann der frustrierende Marsch durch die Saseler Gastronomie, die von den Schachspielern überhaupt nicht begeistert war. So erklärte z.B. der Wirt vom Lindenhof, dass er keinen Wert auf den Verbleib des Vereins lege, da während des Spielabends zu wenig verzehrt werde. Nicht besser ging es den Schachfreunden Sasel nach dem Umzug ins Alte Landhaus, genannt „Tante Laura“, wo schließlich vom 1. Juli 1949 an monatlich 15 DM Lokalmiete gezahlt werden mussten. Und im Winter dieses Jahres wurde dann schon „die Heizungsfrage zu einer Gefahr für das Fortbestehen des Vereins“, wie es im Protokoll der Vorstandssitzung vom 7.11.49 nachzulesen ist. Später gab Bruno Scheidweiler dann einen „Rückblick, unter welchen katastrophalen Bedingungen der Verein bereits lokal mäßig gespielt hat“. Der Klub habe inzwischen „sämtliche Saseler Lokale erschöpft“.

 

Die sportliche Bilanz sieht zunächst nicht viel besser aus. Elf Jahre lang müssen die Schachfreunde Sasel ihre Mannschaftskämpfe in der untersten Hamburger Spielklasse
bestreiten, bis schließlich der Aufstieg in die A-Klasse gelingt. 1964 wird eine Spielgemeinschaft mit dem Bramfelder Schachklub gegründet. Mannschaftskämpfe werden gemeinsam bestritten. Es folgen turbulente Jahre. 1970 droht gar die Auflösung des Vereins. Doch Bruno Scheidweiler, Schutzengel der frühen Jahre, meistert auch diese Krise. In seinem Abschiedsjahr als Vorsitzender wird die Verbindung mit dem Bramfelder Schachklub wieder aufgelöst, und man steht quasi vor einem Neubeginn.
Dem Einsatz der nachfolgenden Vorsitzenden Gerhard Ledig, Arne Schürmann und Günther Wulf ist es zu verdanken, dass das inzwischen fast zu Tode geschrumpfte „Vereinchen“ in diesen schwierigen Zeiten überhaupt bestehen bleibt.

 

Als Retter in der Not kam Hans-Dieter Otto, der den nun im Sasel-Haus spielenden Klub von 1985 – 1991 zur Hochblüte führte. Mit der Berufung des Condor-Prokuristen zum Vereinsvorsitzenden halten professionelles Management, Marketing und Sponsoring auch bei den Schachfreunden Sasel Einzug. Seine gründliche Reorganisation der Vereinsstruktur und die neue wettkampforientierte Ausrichtung führen zu einer stürmischen Mitglieder-Entwicklung. Im Nu wachsen die Schachfreunde zu einem der größten Schachklubs der Hansestadt Hamburg. Aus der niedlichen Gruppe von zuletzt nur noch 12 Schachamateuren war ein dynamischer Verein mit über 100 Mitgliedern, 6 Mannschaften und 2 Jugendmannschaften entstanden. In schneller Folge stieg nun die 1. Mannschaft bis zur Oberliga Nord und selbst die 2. Mannschaft noch bis zur Stadtliga auf. Als Hans-Dieter Otto dann plötzlich noch drei fulminante Russen anschaffte, darunter den Supergroßmeister Oleg Korneev mit einem Rating von über 2500 Elo, stand sogar der Aufstieg in die Bundesliga auf dem Programm. Doch als der Lotse dann aus beruflichen Gründen von Bord ging, fiel das ganze schöne Gebilde wie ein Kartenhaus zusammen. Mit dem omnipotenten Impulsgeber, dem dynamischen Organisator und Akquisiteur, der als Versicherungsmanager auch an Sponsorengelder kam, fiel nicht nur irgendein austauschbarer Klubchef aus, sondern gleich der ganze hochkomplexe „Otto-Motor“, der den Klub fast im Alleingang gezogen hatte.

 

 

Nun beginnt für die Schachfreunde Sasel wieder eine neue Epoche. Unter den Vereinsvorsitzenden Jürgen Fricke, Peter Bahr und Prof. Dr. Perygrin Warneke geht der Klub auf ein gesundes Mittelmaß zurück. Während benachbarte Vereine wie der Poppenbütteler Schachklub und die Schachabteilung des AMTV Rahlstedt nach Mitgliederschwund aufgeben müssen, pendeln sich die Schachfreunde Sasel bei rund 30 treuen Anhängern ein. Die finanziell motivierten Spitzenspieler vergangener Tage aber haben sich längst dorthin verändert, wo die Sponsoring-Kasse nach wie vor geöffnet ist. Die Folge waren mehrere Abstiege, so dass wir in Hamburg bis zum 31.12.2004 mit zwei Mannschaften in der Kreisliga und in der Kreisklasse vertreten waren.

 

Mit einer verbesserten Öffentlichkeitsarbeit und dem Wiederaufbau der Jugendabteilung konnte die Trendwende aber nicht ausbleiben. Durch diese Blutauffrischung unseres Klubs der früher nur mittleren und älteren Jahrgänge hat sich die Zahl der Mitglieder in kurzer Zeit auf nunmehr 60 Schachfreunde verdoppelt. Dahinter steht die mit großem Engagement betriebene Arbeit unserer Jugendtrainer unter der neuen Leitung von Frank Tobianski. Das alles hat dazu geführt, dass wir bei der Hamburger Mannschaftsmeisterschaft jetzt mit drei Mannschaften vertreten sind. Nach dem Wiederaufstieg bei der HMM 2006 spielt unsere 1. Mannschaft ab 2007 in der Bezirksliga, die ebenfalls aufgestiegene 2. Mannschaft in der Kreisliga und die 3. Mannschaft in der Kreisklasse. Hinzu kommt unsere schon 2005 gestartete Seite Jugendmannschaft, die sich bei den Hamburger Jugend Mannschaftsmeisterschaften (HJMM) bisher gut geschlagen hat.

 

Schlusswort: Nach soviel frischem Wind werden die Schachfreunde Sasel auch weiterhin alle Krisen und Zeiten überdauern. Das Schachspiel wird das ohnehin tun. Denn es müsste – wie der britische Großmeister Bird einmal sagte – längst vergangen sein, wenn es mit seiner über 1.000-jährigen Geschichte nicht seine Bestimmung wäre, ewig zu
bestehen.

 

März 2008